„Turm“- Geschehen

125 Jahre Aussichtsturm - Turmfest - 09.07.2017

Impressionen von einem feierlichen Sonntag am Aussichtsturm...

 

 

 

 

 

Zur Geschichte des Klever Aussichtsturms

Der Klever Aussichtsturm steht auf dem Klever Berg.

Dieser war früher der Galgenberg Kleves und wurde auch so genannt. Friedrich III., Kurfürst von Brandenburg und zeitweilig Statthalter in Kleve, gefiel die schöne Aussicht auf dem Höhenzug so sehr, dass er um 1690 beschloss, die 4 Galgen zu entfernen und die Folter- und Hinrichtungsstätte in die Nähe des Forsthauses Materborn zu verlegen. Er pflanzte eine Linde, ließ eine Rundbank errichten und fortan wurde der Galgenberg in Klever Berg umbenannt und durch eine künstliche Aufschüttung noch um 6 m erhöht. Er bildete nun den Mittelpunkt eines neu angelegten mehrstrahligen Alleensterns. Dieses schöne Hochplateau diente den Besuchern als Rastplatz mit Aussichtspunkt und erlaubte bei gutem Wetter eine Sicht bis nach Nimwegen, Elten, Emmerich, Kleve, Materborn, Kalkar, Goch und sogar bis Xanten und Kevelaer. Als erstes fiel der Blick von hier oben natürlich auf das Klever Wahrzeichen: die Schwanenburg.

Anfangs waren die Bäume noch niedrig und die Forstverwaltung sorgte für den jährlichen Rückschnitt. Später, nachdem sich die zuständige Forstverwaltung und die Stadt Kleve über die Pflege der Alleen zerstritten hatten, siegte die Natur über die Menschenhand.

Bereits 1859 hatte es den Plan gegeben, einen hölzernen Aussichtsturm zu errichten. Doch dieser wurde nicht realisiert.

Erst 1892 war es dann soweit: der Klever Bauunternehmer und Stadtrat Karl Ihne erbaute den heutigen Turm und schenkte ihn der Stadt und der Bevölkerung. Nicht nur die Klever Bürger waren begeistert und hatten ein neues Ausflugsziel; der Turm diente auch als Attraktion für die Badegäste der nahen Kureinrichtungen.

Der Turm ist 15m hoch, steht auf 106m Höhe und ist damit  der höchste Punkt am Niederrhein; man darf auch sagen zwischen Südnorwegen und der Eifel. Der Aussichtsturm war und ist ein beliebtes Ausflugsziel  am  Niederrhein.

1898 eröffnete H. Kasten seine „Restauration zum Aussichtsturm“. Er war somit dort der erste Betreiber einer Gastronomie „ mit feinen Weinen, Liqueuren und Bieren“, die sich schon bald großer Beliebtheit erfreute.

Das jetzige steinerne Gaststättengebäude wurde in den 30er Jahren errichtet. Turm und Gaststätte wurden im 2. Weltkrieg beschädigt und 1947 nach der Instandsetzung  wieder eröffnet.

Mehrfach wechselten in den letzten Jahrzehnten die Pächter.  Von 2010 bis 2012 waren Restauration und Turm geschlossen und drohten zu verfallen.

Durch Privatinitiative Klever Bürger ( Bruno Schmitz, Mechtild Janßen, Barbara Jacobs und Jürgen Rother ) kaufte und renovierte das Turmteam das Restaurantgebäude und eröffnete im Juli 2013 – mit der Idee, schöne Veranstaltungen mit gutem Essen und Trinken zu verbinden.

Die Stadt Kleve hat den Turm und die Außenanlage 2015 aufwendig restauriert. Der Turm ist begehbar, wenn die Gastronomie geöffnet hat.

Seit Frühjahr 2016 wird der Restaurationsbetrieb mit gehobener Küche durch den Pächter Janes Warnke geführt. Geöffnet ist das Restaurant donnerstags bis sonntags sowie an den anderen Tagen nach Absprache für Feiern etc.

Auf dem Hochplateau und im Restaurant finden zusätzlich Veranstaltungen von Turmteam und Restauration statt u.a. für Musik, Kabarett, Lesungen, das Waldkino ...

In diesem Jahr (2017) feiern wir nicht nur 775 Jahre Stadt Kleve, sondern auch 125 Jahre Klever Aussichtsturm: So., 9. Juli ab 15 Uhr